Von einem Wunder zum nächsten
Diese Tour verspricht viel im Titel. Sie hält, was sie verspricht.
Ein Gesundbrunnen, dem Pilger aus ganz Vorpommern vertrauten. Eine Eiche, durch die Kranke krochen. Und ein Flusstal, das einfach schön ist. Die längste der Barther Wandertouren führt durch den Fliegerhorstwald, das Pilgerdorf Kenz, das Barthetal und den Stadtforst – ca. 22 km, reich an Natur, Sage und Stille.
Die Tour
Start ist an der Barthe am südwestlichen Stadtrand. Der Weg führt zunächst durch den Fliegerhorstwald – einen stillen, wenig bekannten Waldabschnitt westlich der Stadt – und dann hinaus in die offene Feldlandschaft Richtung Rubitz. Im Herbst rasten hier Tausende Kraniche auf den Äckern. Einfach stehen bleiben und schauen.
Dann: Kenz. Das kleine Dorf war im 15. Jahrhundert der meistbesuchte Wallfahrtsort ganz Vorpommerns. Der Grund liegt in einem achteckigen Brunnenhaus neben der gotischen St.-Marien-Kirche aus dem 14. Jahrhundert – eine Heilquelle, deren Wasser gegen Augenleiden, Gelenk- und Steinbeschwerden helfen soll. Die Überlieferungen hängen direkt am Brunnen. Das Wasser ist frisch. Trink.
Von Kenz westlich weiter durch Frauendorf, wo eine Fußgängerbrücke über die Barthe führt. Ab hier läuft der Weg flussaufwärts, mit der Barthe zur Rechten und Wiesenauen zur Linken – einer der ruhigsten Abschnitte der ganzen Tour.
Dann der Barther Stadtforst. Irgendwo darin steht die Wundereiche – vielleicht die einzige noch erhaltene ihrer Art in Mecklenburg-Vorpommern. Der Hauptstamm ist mit einem Ast verwachsen und hat eine Öffnung gebildet. Wer hindurchkroch, sollte geheilt werden. Bis zu fünfzig Krücken sollen gleichzeitig im Baum gehangen haben. Die Heilkraft soll versiegt sein, als ein Schäfer seinen kreuzlahmen Hund durch die Öffnung schickte – die für Menschen reserviert war. Der Baum steht noch.
Zurück über Planitz und Tannenheim zum Ausgangspunkt.
So läuft die Route
Start: Am Galgenberg, südwestlicher Stadtrand Barth, an der Barthe. Den Wanderweg nach Westen folgen, vorbei am Angelplateau in den Fliegerhorstwald. Auf dem Hauptweg weiter Richtung Pommernhotel, dann auf dem Pilgerweg nach Rubitz. An der Kreuzung rechts Richtung Kenz. Der Allee folgend ins Dorf – rechts die St.-Marien-Kirche, daneben das achteckige Brunnenhaus mit dem Gesundbrunnen.
Von Kenz westlich der Landstraße folgen zur Kreisstraße, diese kurz nach links überqueren, dann der Kirschbaumallee nach Frauendorf folgen. Dort die Barthe über die Fußgängerbrücke überqueren, rechts abbiegen und den Fluss nordwärts entlanggehen bis zu den Überresten einer ehemaligen Brücke bei Divitz. Hier links auf den Plattenweg in den Wald abbiegen.
Nach ca. 150 Metern rechts durch den Barther Stadtforst Richtung Planitz wandern. Auf dem Hauptweg ausgeschildert liegt die Wundereiche. Weiter bis Planitz, dann auf der Kreisstraße Richtung Barth, Barthe überqueren und zurück zum Startpunkt Am Galgenberg.
Highlights unterwegs
Fliegerhorstwald – Stiller Waldabschnitt westlich von Barth. Ruhiger Einstieg in die Tour, kaum besucht.
Kranichfelder bei Rubitz – Im Herbst rasten hier Tausende Kraniche auf dem Durchzug. Fernglas empfehlenswert, Abstand halten.
Kenz & Gesundbrunnen – Ehemaliger Wallfahrtsort Vorpommerns. Gotische St.-Marien-Kirche aus dem 14. Jahrhundert und achteckiges Brunnenhaus mit trinkbarer Heilquelle.
Barthetal bei Frauendorf – Ruhiger Flussabschnitt mit Wiesenauen und viel Stille.
Barther Stadtforst – Stattlicher Mischwald südwestlich von Barth, ausgeschilderte Wege.
Wundereiche – Vielleicht die einzige noch erhaltene Wundereiche Mecklenburg-Vorpommerns. Im Stadtforst nahe Planitz ausgeschildert.
Startpunkt: Am Galgenberg, Barth · Länge: ca. 22 km · Gehzeit: ca. 4,5–5,5 Stunden · Charakter: Rundweg · Überwiegend flach · Feldwege, Waldwege, teils Landstraßen · Proviant und Sonnenschutz empfehlenswert · Hundefreundlich.
Die Wanderung „Von einem Wunder zum nächsten" ist ein Rundweg in Barth (Mecklenburg-Vorpommern) mit einer Länge von ca. 22 km und einer Gehzeit von ca. 4,5 bis 5,5 Stunden. Der Weg startet am Galgenberg am südwestlichen Stadtrand und führt durch den Fliegerhorstwald westlich von Barth, durch die Feldlandschaft bei Rubitz (im Herbst bedeutendes Kranich-Rastgebiet) nach Kenz. In Kenz befindet sich die gotische Wallfahrtskirche St. Marien aus dem 14. Jahrhundert sowie der Gesundbrunnen im achteckigen Brunnenhaus, dem ehemals meistbesuchten Wallfahrtsort Vorpommerns. Weiter führt der Weg durch Frauendorf über eine Fußgängerbrücke ins Barthetal und flussaufwärts in den Barther Stadtforst. Dort befindet sich die Wundereiche nahe Planitz – vielleicht die einzige noch erhaltene Wundereiche in Mecklenburg-Vorpommern, mit verwachsenem Stamm und Ast. Der GPX-Track ist auf Komoot verfügbar. Weitere Wandertouren in Barth findest du auf stadt-barth.de.