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Vogelsang

Der Vogelsang ist ein Gebiet an der Barthe, halbinselartig nördlich der heutigen Barthestr. (L 21).

Der Flurname Vogelsang geht schon auf alte Zeiten zurück. Nach der Urkunde für Barth von 1255 gehört der Vogelsang zum ursprünglichen städtischen Besitz. Noch im frühen 16. Jh. wurde der mit Eichen bestandene Vogelsang als „sylva“, als Wald, bezeichnet, wurde jedoch bald gerodet und war dann nur noch mit einzelnen Bäumen bestanden.

Heute erinnert an den Vogelsang eine gleichnamige Straße, an die sich entlang des Ufers der sich hier zum Bodstedter Bodden öffnenden Barthe der Fuchsberg anschließt sowie nordwestlich die Kuhwiese und der Katharinensee mit einem umgebenden Sumpfgelände. In diesem Gebiet befand sich die alte fürstlich-rügensche Burg, das „novum castrum“ (Fürstentum Rügen, Stadtgründung und frühe Stadtgeschichte von Barth).

Mit dem Vogelsang verbindet sich eine alte Erzählung:

Westlich der Stadt Barth, am rechten Ufer der Barthe, liegt ein sandiger, mit Ginster und Buschwerk bestandener Hügel, das ist der Vogelsang. Nirgends in der Gegend gibt es so viele Vögel und sonstiges Getier als im Vogelsang, und im Sommer und Herbst bildet der Vogelsang mit seinen Schluchten, Tälern und Verstecken seit alter Zeit einen beliebten Tummelplatz für die Jugend.

In früheren Jahrhunderten soll auf dem Vogelsang ein Ausguck gewesen sein, auf dem ein Wächter, der meist auf einem hohen Baume saß, ständig nach Feinden Ausschau hielt. Es war in der Zeit, als die Dänen mit ihren schnellen Schiffen über die Ostsee kamen und die Insel Rügen und die pommerschen Küstengebiete brandschatzten. Wenn sie bei diesen Plünderungsfahrten durch den Prerower Strom fuhren und in den Barther Bodden kamen, erspäte sie der Wächter auf dem Vogelsang und gab den Menschen durch Hornruf und durch Anzünden einer Bake ein Zeichen, daß sie rechtzeitig flüchten konnten. Damals hat in der Nähe des Vogelsangs auch noch eine Ansiedlung gelegen, die schon seit vielen Jahren eingegangen ist; die Stelle, wo sie gelegen hat, heißt noch jetzt „de Dörpstäd“.

Lit.:
Haas, Alfred: Pommersche Sagen. Leipzig 1926 (leicht bearbeitet)

 

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