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Pommern, Herzogtum

Ein Herrschaftsbereich, dessen Wurzeln in slawischen Stammesstrukturen liegen. Das gesamte Gebiet erstreckt sich im Westen von der Recknitz (zwischen Ribnitz und Damgarten) in einem breiten Küstenstreifen im Osten bis ans Baltikum.

Die politische Struktur änderte sich mehrfach. Pommern bestand aus kleineren Teilherzogtümern, Fürstbistümern, Grafschaften, die meistens nur zeitweilig existierten. Sie entstanden infolge von Erbansprüchen mehrerer männlicher Nachkommen eines Herzogs. Nach deren häufig eingetretenen erbenlosen Tod wurden die Teile wieder vereinigt.

Das alte pommersche Herzogsgeschlecht trug im Wappen einen Greif, weshalb vom Geschlecht der Greifen gesprochen wird. Als erster Vertreter dieses Geschlechts gilt der 1121 genannte Wartislaw I. von Stettin (gest. zw. 1134 und 1148).

Bild: Gesamtwappen des Herzogtums Pommern (Barther Bibel, 1588)

Die hauptsächliche Teilung erfolgte 1295 in die Herzogtümer Pommern-Stettin und Pommern-Wolgast. Zudem gab es weitere Herrschaften und Länder. Ohne Vollständigkeit zu beanspruchen gehörten dazu die Herzogtümer Pommern-Demmin, Pommern-Stettin, Pommern-Wolgast, Pommern-Stolp, Pommern-Barth sowie die Grafschaft Gützkow und das Bistum/Stift Cammin.

Im Ergebnis des 30jährigen Krieges hörte das historische Pommern auf zu existieren. Das Territorium Hinterpommerns fiel an das Kurfürstentum Brandenburg (später Königreich Preußen), Vorpommern und Rügen kamen bis 1815 als Schwedisch-Pommern an Schweden, danach ebenfalls an Preußen.

Lit.: Werlich, Ralf-Gunnar: Der Barther Greif. Zur Geschichte eines pommerschen Herrschaftssymbols. In: Stadt Barth 1255–2005. Beiträge zur Stadtgeschichte. Hrsg. von Jörg Scheffelke und Gerd Garber. Schwerin 2005, S. 101-110

 

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