Barth - Lexikon

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Philipp II.
(29. Juli 1573, Neuenkamp/Franzburg)-3. Februar 1618, Stettin)

Herzog von Pommern-Stettin, Sohn von Bogislaw XIII., verheiratet mit Sophia von Schleswig-Holstein-Sonderburg, die Ehe blieb kinderlos.

Philipp wurde in Neuenkamp/Franzburg geboren, von wo aus sein Vater den Ausbau seiner Residenz Barth leitete und wuchs im dortigen Renaissance-Schloß auf. Sein Vater, selbst den Wissenschaften zugetan, ließ seinem ältesten Sohn die standesgemäße Bildung eines jungen Renaissancefürsten zukommen, die bei Philipp auf fruchtbaren Boden fiel. Schon mit etwa 12 Jahren besaß er eine eigene Bibliothek und Bildersammlung.

Philipp unternahm die zu seiner Zeit obligatorischen Bildungsreisen, die ihn durch mehrere Länder und an zahlreiche Fürstenresidenzen führte. Im Jahre 1598 kehrte er wegen der schweren Erkrankung seiner Mutter vorzeitig von einem zweijährigen Italienaufenthalt zurück.

Im Jahre 1603 wurde sein Vater nach dem Tod Barnims X. regierender Herzog von Pommern-Stettin. Doch Bogislaw verzichtete wiederum auf die Ausübung der Regierungsgeschäfte und setzte seinen Sohn Philipp als Statthalter ein, der die Regierung nach dem Tod des Vaters 1606 selbständig führte. Als Herzog festigte Philipp 1616 mit der Einführung der „Renovierten Bawr= und Schäffer Ordenung“ (Erstdruck Stettin 1616) die Leibeigenschaft in Pommern.

Im Jahre 1610 beauftragte Philipp den Rostocker Professor Eilhard Lubin mit der Erstellung der ersten Spezialkarte Pommerns (Lubinsche Karte). Philipp begründete im Stettiner Schloß eine einem Renaissanceherrscher angemessene Kunstsammlung. Zu dieser gehörte z.B. der 1617 an Philipp gelieferte (im letzten Krieg verbrannte) sog. Pommerscher Kunstschrank mit einer Anzahl bedeutender wissenschaftlicher Instrumente, unter ihnen eines der ältesten, bis heute erhaltenen Fernrohre (Kunstgewerbemuseum Berlin).

Bild: Herzog Philipp II., Porträt aus „Bauwr= und Schäffer Ordenung“, Stettin 1616

 

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