Barth - Lexikon

gesamte Stichwortliste ansehen

Leuchtturm am Darsser Ort

Die Küstenlinie der Ostsee im Gebiet des Fischlandes, des Darss und der Halbinsel Zingst unterliegt ständigen Veränderungen. Durch starke Winde und Meeresströmungen kommt es an einigen Stellen zu Abspülungen des Sandes, der sich an anderer Stelle wieder ablagert, wodurch langsame, aber stete Veränderungen des Küstenverlaufes erfolgen.

Eines der Gebiete, die sich in steter Veränderung befinden, ist der Darsser Ort, die nördlichste Spitze unserer Region. Auf einer Landkarte sieht man sofort eine sehr flache, nach Osten hin gebogene Landzunge. Diese Struktur entsteht durch den hier typischen Westwind, der eine ebenso häufige Ostströmung entlang des Fischlandes erzeugt, die feinen Strandsand mit sich führt. An der Biegung des Darsser Ortes, mit dem Übergang in tieferes Wasser und der Verlangsamung der Strömung, sinkt der Sand dann wieder ab und bildet einen weithin niedrigen Wasserspiegel der Ostsee und anwachsendes Land. Hier entstehen sowohl hohe Dünen, als auch Feucht­raumgebiete, an die sich im Süden der vor allem mit Kiefern bewachsene „Darsser Urwald“ anschließt.

Der niedrige Wasserstand der Ostsee an den Untiefen der Darsser Schwelle bildet für die Schiffahrt, kurz vor der Einfahrt in den Rostocker Hafen, ein gefährliches Gebiet. Um den Schiffen hier eine sichere Orientierung zu geben, wurde am Darsser Ort am 1. Januar 1849 ein Leuchtturm in Betrieb genommen, dessen Signal weit über das Wasser reicht.

Der schlanke, rote Klinkerturm hat eine Höhe von 35 Metern. In 33 Metern Höhe befindet sich seine Leuchteinrichtung. Diese bestand anfangs aus einem an drei Dochten brennende(m) Feuer aus Rapsöl. Ganz so weit wie heute wird das Licht nicht gereicht haben und eine der Hauptaufgaben des Leuchtturmwärters bestand im Putzen der Linsen und anderer Glasteile, die von einer Pariser Firma stammten. Nach mehreren Modernisierungen der Technik erhielt der Leuchtturm 1889 einen Petroleumbrenner mit 5 Dochten, 1922 einen Brenner für Lösungsbenzol, bis schließlich 1936 die Umstellung auf elektrischen Betrieb erfolgte - und seitdem strahlt das Licht fast 40 Kilometer weit über die Ostsee.

Eine einschneidende Veränderung erlebte der Turm, als 1978 die letzten Leuchtturmwärter den luftigen Arbeitsplatz verließen und der Betrieb fortan automatisch erfolgte. Doch immerhin kam er 1986 auf die Liste der technischen Denkmale und erhielt sogar schon 1974 eine 20-Pfennig-Briefmarke der DDR-Post.

Kurz nach seinem 150. Geburtstag erfolgte eine grundlegende Restaurierung. Seitdem kann man ihn bis auf eine Höhe von 33 Metern besteigen. Belohnt wird man von so hoch oben mit einem wunderbaren, weiten Blick - über die Ostsee mit blauem Wasser und weißen Schiffen, über das Land, im Süden bis nach Barth, bei gutem Wetter im Norden bis hin nach Schweden, im Westen zur Kieler Bucht und im Osten erscheinen Hiddensee und Rügen gar nicht einmal so weit entfernt.

Der Leuchtturm befindet sich innerhalb des Nationalparks „Vorpommersche Boddenlandschaft“. Deshalb kommt man nur zu Fuß, mit dem Fahrrad oder einem gemütlichen Pferdefuhrwerk von Prerow aus dorthin. Dem Turm benachbart lädt das „Natureum“ als Außenstelle des Deutschen Meereskundemuseums Stralsund zum Besuch ein.

 

Löbnitz
LandeBarth
Landkreis Franzburg-Barth
Landkreis Nordvorpommern
Landkreis Vorpommern-Rügen
Leuchtturm am Darsser Ort
Lokator (Locator)
Lubin, Eilhard
Lubinsche Karte