Barth - Lexikon

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Gützkow, Grafschaft

Die ehem. Grafschaft und heutige Stadt Gützkow gehen zurück auf eine schon in slawischer Zeit existierende Burg als Herrschaftszentrum eines Gebietes zwischen Peene und Ryck als Sitz eines slawischen Fürsten. Der dort existierende Tempel wurde bereits 1128 durch Otto von Bamberg zerstört.

Im Jahre 1219 wurde das der Hoheit der rügenschen Fürsten unterstehende Land Gützkow, in eine pommersche Grafschaft umgewandelt. Etwa seit 1230 kamen deutsche Siedler in das Gebiet. 1242 legten Jaczo I. (Jaczo von Salzwedel, um 1148-um 1248) und seine Gattin den Grundstein für das Franziskanerkloster Greifswald, das zur Grablege der Gützkower Grafen wurde. Die Gützkower Grafen spielten im Rügenschen Erbfolgekrieg eine wichtige Rolle im Kampf gegen die mecklenburgischen Herzöge. Im Jahre 1327 belagerten sie in diesem Zusammenhang Barth.

Bild: Ansicht von Gützkow, Miniatur aus der Lubinschen Karte 1618

Die Grafschaft bestand nur bis 1359, bis um Tod des letzten, kinderlos verstorbenen Grafen und ging darauf als erledigtes Lehen an das Herzogtum Pommern zurück, war jedoch gelegentlich der Sitz nichtregierender pommerscher Herzöge. Es bestand formal stets weiter in der Bezeichnung der pommerschen Herzöge als Grafen von Gützkow. Das Gützkower Wappen findet sich im pommerschen Gesamtwappen und ist heute das Stadtwappen.

Die Bewohner der ursprünglichen Burgsiedlung wurden erstmals 1294 als Bürger bezeichnet, 1301 wird ein Rat genannt, die Bezeichnung als Stadt findet sich erstmals 1353 in einer Urkunde des Grafen Johann III. von Gützkow. Das Schloß befand sich auf dem Schloßberg, die Siedlung südlich der Burg auf dem Stadtberg, am Flüßchen Swinow, das südlich von Gützkow in die Peene mündet. Nach dem Aussterben der Grafen scheinen in der Burg Raubritter gehaust zu haben, weshalb die Bauten 1392 zum Schutz der Handelsstraßen von den Bürgern Stralsunds und Greifswalds gemeinsam niedergerissen wurden. Die alte Burg ist nur noch als Bodendenkmal erhalten.

Die Nikolaikirche, ein imposanter Bau aus Feldsteinmauern, wurde 1241 erstmals genannt, ein Vorgängerbau wurde schon von Otto von Bamberg geweiht. Sie ist im Kern ein gotischer Bau, der jedoch in der Folgezeit stark verändert wurde, stark neugotisch überformt ist und eine weitgehend neugotische Ausstattung aufweist.

Der Name der Burg, der Grafschaft und des Ortes findet sich seit dem Mittelalter in verschiedenen Formen, wie Cozgougia, Chozegowa, Chozcho, Chozcowe, nach 1228 in einer eher dem Deutschen angepaßten Lautierung als Gutzekowe, Guzzekowe u.a. Er rührt aus einer slawischen, altpolabischen Namensform Chockov - Ort des Chocek her.

 

Gützkow, Grafschaft
Geschlecht der Greifen
Grabow
Greif