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Wossidlo, Richard (26. Jan. 1859, Friedrichshof b. Tessin – 4. Mai 1939, Waren)

Niederdeutscher Sprachwissenschaftler und Volkskundler, seine Grabstätte befindet sich auf dem alten Friedhof in Ribnitz.

Wossidlo war der Sohn eines früh verstorbenen Gutsbesitzers. Seine Mutter Mathilde, geb. Kohrt verkaufte daraufhin das Gut und Zog nach Bützow, wo er die Schule besuchte und dann an der höheren Schule in Rostock das Abitur ablegte. Daraufhin studierte er in Rostock, Leipzig und Berlin Klassische Philologie, legte das Lehrerexamen für Griechisch und Latein ab und wurde in Wismar, ab 1886 in Waren Gymnasiallehrer.

Durch seine Jahrzehnte währende Sammeltätigkeit wurde Wossidlo Begründer der mecklenburgischen Volkskunde und ein bedeutender niederdeutscher Sprach- und Literaturwissenschaftler. Auf seinen Reisen übers Land trug er Zeugnisse der Volkskultur zusammen, zur Lebens- und Arbeitswelt, zu Festen, Sitten und Gebräuchen, die am Ende über 2 Mill. Dokumente umfasste und schon ihm selbst die Grundlage mehrerer Buchveröffentlichungen war. Sie begründete seinen Ruf und trug ihm wissenschaftliche Ehren ein: Dr. h.c. 1906, Prof. 1910.

Den Vereinnahmungsversuchen der Nationalsozialisten entzog er sich durch Ignoranz, konnte jedoch nicht verhindern, dass seine Forschungen ideologisch missbraucht wurden.

Nach Wossidlos Tod kam die Sammlung nach Rostock, für die 1954 eine Forschungsstelle der Deutschen, später der Akademie der Wissenschaften der DDR gegründet wurde, 1991 in die Philosophische Fakultät der Universität Rostock integriert. Das gesamte Material wird derzeit digitalisiert.

Wossidlos Materialsammlung war zudem ein Grundstock für das Mecklenburgische Wörterbuch.

Richard Wossidlo hatte enge verwandtschaftliche Beziehungen zu Ribnitz. In Körkwitz, nordwestl. von Ribnitz an der Straße zum Fischland gelegen, lebte sein Onkel Hermann Burmeister (1837–1915), den er oft auf seinem Pachtgut besuchte und dort sehr früh in Verbindung mit der Landbevölkerung kam. Zudem war seine Schwester mit dem Ribnitzer Kaufmann Range verheiratet, wo seine Mutter ihren Lebensabend verbrachte. Hier weilte er oft auf seinen Reisen nach Fischland, Darss und Zingst. Als Ausdruck seiner Verbundenheit wurde er 1939 an der Seite seiner Mutter auf dem alten Ribnitzer Friedhof beigesetzt (Eingang verlängerte Mühlenstraße, rechts, nahe der Kapelle). Ein schlichter Findling markiert sein Grab mit der Inschrift „Richard Wossidlo Mecklenburgs Volksprofessor 1850–1939“. Davor steht die kleine Grabplatte der Mutter.

 

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