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Krull, Karl (27. Oktober 1905, Fuhlendorf – 20. Juli 1932, Stralsund)

Krulls Vater war Seemann, Oberlotse und Dienststellenleiter der Lotsenstation auf der Insel Ruden im Greifswalder Bodden. Er besuchte die Schulen in Barhöft und Stralsund, danach das Lehrerseminar in Franzburg. Nach einer Zeit als Hauslehrer auf der Greifswalder Oie und als Lehrer in Stralsund bekam er eine Anstellung in Greifswald.

Krull war früh der SPD beigetreten und lenkte seine pädagogische Aufmerksamkeit in besonderem Maße auf Arbeiterkinder. So leitete er im Juli 1932 im Negaster Wald (südl. von Stralsund) ein Ferienlager der „Roten Falken“, der sozialdemokratischen Jugendorganisation.

Für den 19. Juli 1932 war in Stralsund eine Kundgebung mit Adolf Hitler geplant, zu deren Absicherung starke Polizeikräfte zusammengezogen wurden. Da im Lager bewaffnete Übergriffe befürchtet wurden, begaben sich etwa 70 Sozialdemokraten und Sympathisanten dorthin, um die Kinder zu schützen. Auf das Gerücht hin, aus dem Lager heraus würde ein Überfall auf die Demonstration in Stralsund geplant, sandte das Stralsunder Regierungspräsidium Polizeikräfte nach Negast, die das Lager umstellten und alle Personen zum Verlassen des Gebäudes aufforderte. Nach dem Heraustreten aus dem Gebäude wurde Krull vom Geschoß eines Polizisten lebensgefährlich verletzt und starb am darauffolgenden Tag an den Folgen der Verletzung im Stralsunder Krankenhaus.

Karl Krull wurde auf dem Stralsunder St. Jürgen-Friedhof (Knieper-Vorstadt) bestattet. In der DDR wurde er als frühes Opfer des Nationalsozialismus geehrt. Schon am 5. Juni 1945 wurde in Stralsund eine Straße nach ihm benannt, einige Schulen trugen bzw. tragen seinen Namen. In Negast wurde 1955 ein Gedenkstein errichtet. Eine Gedenktafel im Stralsunder Rathaus wurde 1992 gestohlen.

Lit.: Stralsund. Ein heimatkundliches Lesebuch für unsere Schüler. Stralsund 1959, S. 107–111
Geschichte der Stadt Stralsund. Hrsg. von Herbert Ewe. Weimar 1984, S. 316 (mit Abb.), 502


 

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