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Kreeft, Peter (gest. nach 1805)

Seemann und Reeder in Barth, Erfinder des oberflächenversorgten, geschlossenen Helmtaucheranzugs.

Kreeft stammt wahrscheinlich aus einer alten Darßer Schifferfamilie, die auch mehrfach in Barth nachweisbar ist. Er entwickelte einen Taucheranzug, dessen Helm aus drei gebogenen Eisenstangen bestand, die wasserdicht mit Leder überzogen und mit einer Glasscheibe als Sichtfernster versehen wurde. Die Atemluft wurde durch einen Blasebalg zugeführt, der sich auf einem Begleitboot befand. Die verbrauchte Luft entwich über einen Segeltuchumhang. Bei starker Strömung wurde der Taucher mit Eisenteilen beschwert.

Bild: Die Demonstration des Kreeftschen Taucheranzuges (1805)

Die Probe dieser Tauchausrüstung erfolgte im Sommer 1800 vom Strand am Darßer Ort aus. Kreeft ließ sich auf windstiller Ostsee ins Wasser, während ein Begleiter auf einem kleinen Boot den Blasebalg bediente und ein dritter Seemann das Boot auf Kurs hielt. Dabei barg Kreeeft nach dem Bericht von 1805 „eine versunkene Kupferladung“ aus einer Wassertiefe von vermutlich etwa 6 m.

Im Juli 1800 führte Kreeft seine Ausrüstung dem schwedischen König Gustav IV. Adolf in Stralsund vor und ging mit „bleiernen Sohlen an den Stiefeln“ am Grunde des Strelasund entlang. Es kam jedoch nicht zu der sicherlich erhofften Vermarktung des Taucheranzuges, denn zum einen wurde der König bald abgesetzt und zum anderen verschärfte sich die politische Situation.

Im Jahre 1805 erschien ein Buch mit dem Titel „Die Taucher-Maschine des Herrn P. Kreeft in Barth. Von einem Augenzeugen und Freunde des Nützlichen“, das sicherlich einen großen Anteil daran hatte, daß die Erfindung des Barthers Peter Kreeft nicht in Vergessenheit geriet. Ein Exemplar des genannten Buches mit Widmung des Enkels von Kreeft, befindet sich in der Londoner British Library. Außerdem wirkten Kreefts Sohn und Enkel als mecklenburgische Konsulen in London. Um 1835/40 gelang in London die Entwicklung eines Taueranzuges, der technisch deutliche Beziehungen zu Kreeft aufweist. Dort wurde ein Patent für „Verbesserungen an Taucheranzügen“ an John Bethell vergeben, der heute als Erfinder des Taucherhelms gilt. Dessen Entwicklung schließt technisch direkt an die von Kreeft an und es kann angenommen werden, daß die Erfindung Peter Kreefts für die englischen Entwicklungen wichtige Anregungen gab, wenn nicht gar direkt Pate stand.

In neuerer Zeit wurde der Taucheranzug von Peter Kreeft in Barth nachgebaut und öffentlich erfolgreich vorgeführt. Das Vineta-Museum Barth hat dem Werk Kreefts eine Dauerausstellung gewidmet.

Weiteres finden Sie auch hier: Persönlichkeiten der Barther Stadtgeschichte

Lit.: Die Taucher=Maschine des Herrn P. Kreeft in Barth. Von einem Augenzeugen und einem Freunde des Nützlichen. Leipzig, 1805; Repr. Hrsg. von Michael Jung. Merzig-Weiler 1998
Jung, Michael: Meeresgrundwanderer. Der vergessene Tauchpionier Peter Kreeft aus Barth. Kückenshagen 1997; mit Reprint des Druckes von 1805
Flohr, Dieter: Der Meeresgrundwanderer von Barth. In: Barther Geschichte(n), Band 1. Barth, S. 90–92

 

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