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Kirche, Ribnitz Marienkirche

Die frei auf dem Marktplatz stehende Kirche von Ribnitz, historisch zum Herzogtum Mecklenburg gehörig, bestimmt mit ihrem hoch aufragenden, massigen Turm nicht nur das Stadtbild, sondern ragt weit über das Land und über die See. Sie entstand in mehreren Bauphasen, teils durch planmäßige Erweiterungen, mehr noch infolge von Zerstörungen bei Stadtbränden und weist Stilelemente aus mehr als fünf Jahrhunderten auf.

Bild: Die Marienkirche in Ribnitz

Die Kirche wurde 1233 erstmals erwähnt. Nach heute erkennbaren Architekturteilen war dies eine drei Joche lange spätromanische Hallenkirche. Von diesem Bau sind im Westbereich Umfassungsmauern erhalten mit Ecklisenen, Rundbogenfries und an der Nordseite heute zugesetzten paarigen Lanzettfenstern. Im 14. Jh. wurde der Bau in gotischem Stil nach Osten erweitert. Davon zeugt in der Nord- und Südwand je ein abgetrepptes Spitzbogenportal, ersteres mit Glasurziegeln.

Nach einem Stadtbrand 1455 begann eine durchgreifende Neugestaltung. Von dieser Phase zeugen im Osten der Chor mit fünfseitigem Schluß sowie der gewaltig wirkende Turm vor der Westwand des Kirchenschiffes. Der Turm ist horizontal in fünf Geschosse geteilt, die beiden oberen mit Blendfenstern, ursprünglich mit einem hochaufragenden Spitzhelm.

Neben dem Turm wird das Äußere vor allem durch das Mansarddach geprägt, das nach dem Stadtbrand von 1758 entstand. Während dieses Brandes erlitt die Kirche erhebliche Zerstörungen. Das Gewölbe stützte ein und die tragenden Pfeiler wurden stark beschädigt. Der Wiederaufbau ließ im Innern keine neue Einwölbung zu. Doch die Ansätze der Gewölbekappen sind gut erkennbar. Auch die Gestalt des ursprünglich viel steiler und höher verlaufenden Daches ist außen an der Ostwand des Turmes gut zu erkennen. In diesem Zusammenhang entstand auch die viereckige geschwungene Turmhaube, während die abschließende Laterne erst 1841/43 nach Entwürfen des mecklenburgischen Hofbaumeisters Georg Adolf Demmler aufgesetzt wurde.

Im Innern wurde das Mittelschiff mit einer halbkreisförmigen Tonne geschlossen, während die Seitenschiffe eine Flachdecke erhielten. Anstelle der ehemaligen starken Pfeiler wurden hölzerne Träger zur Stützung der Decken errichtet. Seit 1980 erfolgten tiefgreifende Restaurierungsmaßnahmen. Heute zeigt sich die Kirche als heller, einheitlicher Kirchenraum. Im 1. Turmgeschoß wurde eine vom übrigen Kirchenbau durch Glaswände abgetrennte Winterkirche geschaffen.

Der Altaraufsatz von 1781 weist einen architektonischen Aufbau in schlichter weiß/goldener Farbgebung auf, im Mittelteil ein Gemälde mit der Beweinung Christi nach Caracci von Johann Heinrich Suhrland, gerahmt von Säulen und Pilastern. Im architektonischen Umbau befinden sich Figuren der Evangelisten, gekrönt vom „Auge Gottes“ in großer Strahlengloriole als Symbol des allmächtigen, allessehenden Gottes. Seitlich vom Altaraufsatz führen roccaillenverzierte Durchgänge zu den Beichtstühlen. Die gleichzeitig entstandene Kanzel mit hoher, rankenförmiger Bekrönung des Schalldeckels steht rechts vor dem Altar. Die Orgel ist mit einem neoklassizistischen Prospekt versehen.

In der Kirche befinden sich mehrere Grabsteine, Epitaphien und Pastorenbildnisse, so für Meister David Hinrichs (gest. 1668), Präpositus Julius Theodor Clasen und seine Gattin (gest. 1775 bzw. 1771). Erwähnenswert ist auch der gewaltige gußeiserne Ofen vor der Südwand. Das Abendmahlsgerät hat in Teilen die Jahrhunderte überstanden. Vorhanden sind Kelche, Patenen (Hostienteller), Dosen und Kannen aus dem 14., 15. und 16. Jh. sowie aus späterer Zeit.

 

 

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