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Kirche Barth, Marienkirche

Der Bau der Marienkirche Barth geht auf das Ende des 13./Anf. 14. Jh. zurück, einige Anbauten erfolgten im 15. Jh. Vermutlich gab es bereits einen Vorgängerbau. Die Kirche ist ein stattlicher, in die Bereiche Chor, Langhaus und Turm gegliederter Bau, der in der flachen Landschaft um die die Stadt herum und über das Wasser des Boddens weithin sichtbar ist.

Die klare Gliederung zeigt sich auch in Details des Baus. Der Chor endet im Osten mit einem hohen gotischen, mehrbahnigen Fenster mit Drei- und Vierpaßformen. Die Süd- und Ostwand des Langhauses sind durch hohe gotische, dreibahnige Spitzbogenfenster mit dazwischenstehenden abgestuften Strebepfeilern gegliedert. Diese Pfeiler sind für die Stabilität des Baues notwendig, da sie einen Teil der starken Schubkräfte des großen Daches aufnehmen. Unterhalb des Daches (unter der Traufe) verläuft ein Kleeblattfries, unterhalb der Fenster ein „Kaffsims“. Der 8seitige Spitzhelm des etwa 80 m hohen Turms ist aus dem Jahre 1870. Am östl. Ende des Dachfirstes des Schiffes befindet sich ein Dachreiter genannter kleiner Turm. Der wuchtige Westturm hat ein reich profiliertes Portal und zwei Nebenhallen.

Der Innenraum und seine Ausstattung wurden 1819–1822, 1856 und 1870 teilweise stark verändert. Dabei wurde die alte Einrichtung durch eine neugotische nach Entwürfen von Friedrich August Stüler ersetzt. Teile der alten Ausstattung befinden sich in den Turmnebenhallen. Das Innere der Kirche wird beherrscht von dem Altargehäuse, dem großen Altartisch unter einer in architektonischen Formen der Neugotik gestalteten Bedachung auf schlanken Trägern aus Sandstein und Stuck („Ziborium“). Aus dem Jahre 1856 stammt die Sandsteinkanzel mit hölzernem Schalldeckel. Die Orgel der Berliner Firma Buchholz (Buchholzorgel) wurde 1821 eingeweiht. Das Gemeindegestühl ist ein einfaches Kastengestühl mit fast 1000 Plätzen.

Besonders erwähnenswert ist die Bronzefünte (Tauffaß) von etwa 1350. Sie weist in zwei Etagen Figurenpaare (Maria, Apostel, Heilige) in gotischen Architekturformen auf, getragen von einem Fuß wie dem eines Meßkelches und vier lebendig bewegten männlichen Figuren. In den Boden der Kirche sind zahlreiche Grabplatten eingelassen, die älteste von 1513 mit der Ritzzeichnung eines Priesters, die größere Zahl aus dem 17. und 18. Jh. Drei Messingleuchter stammen aus dem 16. Jh.

Über die nördl. Empore ist der Raum der Barther Kirchenbibliothek zugänglich, deren Kern die Bibliothek des Barther Reformators Johannes Block darstellt (derzeit im Niederdeutschen Bibelzentrum Barth).

Im Jahre 1280 wird als Geistlicher ein Johannes, Vizepleban von Barth genannt, von 1309 bis 1319 der Pleban Nikolaus von Starkow, zugl. Hofkaplan des Rügenschen Fürsten und dessen Notar, zuvor Pleban in Prohn.

Die Kirche ist zur Besichtigung geöffnet; vom Turm bietet sich eine einmalige Aussicht über die weite Boddenlandschaft.

Bild: Bronzene Taufe, Ende 14. Jh.
 

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