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Kirche, Flemendorf

Die Kirche in Flemendorf entstand um 1400 als ein Backsteinbau auf einem Feldsteinsockel in gotischen Formen. Von der Südseite wird das äußere Bild durch die dreibahnigen Fenstergruppen, getrennt von schlanken Strebepfeilern und das hochaufragende Dach geprägt. Im Osten wird die Kirche von einem eindrucksvollen fünfseitigen Chor mit hohen, schmalen zweibahnigen Fenstern abgeschlossen.

Der gedrungen wirkende Turm hat einen quadratische Unterbau in Mischmauerwerk aus Feldsteinen und Ziegeln aus der Zeit der Erbauung der Kirche. Der ursprünglich vorgesehene hohe Turmaufbau wurde nie ausgeführt. Heute erhebt sich auf dem Unterbau ein Holzgeschoss, das die Blendfenster der Westwand des Kirchenschiffes sichtbar lässt.

Die Sakristei an der Nordwand des Chors stammt noch aus der ersten Bauzeit. Sie weist in der nördl. Mauer eine sog. Piscina auf, einen äußeren Auslaufstein für das Wasser der Reinigung des Abendmalsgerätes.

Die großen Fenster lassen heute einen hellen Kirchenraum entstehen, der im Westen durch den Turm betreten wird, wodurch der Blick sofort auf den barocken Altaraufsatz fällt. Er stammt von einem unbekannten Meister vom Anfang des 18. Jahrhunderts. Trotz der gewundenen Säulen, der breiten Seitenwangen, dem figürlichen Schmuck und der Vergoldung ist er von klarer, geschmackvoller, schlichter Gestalt. Eine große Besonderheit stellt das nahezu quadratische Bild im Hauptteil des Altaraufsatzes dar. Es ist ursprünglich ein Epitaphgemälde (eine Tafel zum Totengedenken) des 1513 verstorbenen E. Henlein mit der Heiligen Familie. Im Zentrum sind Anna und Maria mit dem Christusknaben, rechts hinter Maria der barhäuptige Joseph. Hinter dem Altar befindet sich eine verschlossene Sakramentsnische.

Ebenfalls aus der 1. Hälfte des 18. Jh. stammt der vor dem Altar schwebende Taufengel. An der Südwand hängt ein Wappenepitaph von 1565 für Joachim Vogelsang (Vagelsanck) aus Arbshagen, daneben Wappentafeln aus dem 19. Jh. An der Nordwand hängt ein kleines Epitaph für die 1647 im Alter von 12 Jahren, 12 Tagen und 22 Stunden verstorbenen Pastorentochter Catharina Balcke. Zu nennen sind weiterhin eine Schnitzfigur der Muttergottes, ein Kruzifix und ein Sakramentshaus, alle aus dem 15. Jh.

Weitere Teile (Kanzel, Gestühl, Empore) stammen von einer durchgreifenden Restaurierung von 1853. In diesem Zusammenhang wurde auch die Orgel von Barnim Grüneberg in Stettin eingebaut.

An verschiedenen Stellen finden sich mehr oder weniger gut erhaltene Teile von Wandmalereien aus dem 15. Jh., darunter in der Nische eines zugemauerten Fensters in der Nordwand ein übergroßer Christophorus. Die Glocke von 1777 stammt von Gottlieb Metzler in Stralsund.

Der Kirchenraum selbst ist eine einheitlich gestaltete Halle von vier Jochen Länge, mit einer durch Querträger gegliederten, flachen Holzdecke. Die ursprünglich vorgesehene Einwölbung ist noch an den Fensterbögen zu erkennen, wurde jedoch nie ausgeführt.

Bilder:
1. Das Innere der Kirche von der Orgelempore nach Osten.
2 . Ansicht von Nordwesten mit Sakristei.
3. Ansicht von Südosten mit dem polygonalen Chorschluss.

Literatur:
Tilo Schöfbeck, Detlef Witt: Die Kirchen von Kenz, Bodstedt und Flemendorf. Regensburg 2003 (Schnell, Kunstführer; 2530)
Die Bau- und Kunstdenkmale in Mecklenburg-Vorpommern. Vorpommersche Küstenregion. Berlin 1995, S. 30-32

 

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