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Kirche, Damgarten (Ribnitz-Damgarten), St. Bartholomäus Kirche

Die Kirche im Ortsteil Damgarten, ehemals zum Fürstentum Rügen gehörig, wurde in den ältesten Teilen, dem östlichen Chor mit den hohen, dreiteiligen gotischen Spitzbogenfenstern und dem Anbau der Sakristei an der Nordwand schon vor 1300 errichtet. Der heutige Bau war vermutlich nicht der erste, wahrscheinlich gab es einen Vorgängerbau, vielleicht eine kleine, rasch errichtete Holzkirche. Die Kirche steht auf einer kleinen Erhöhung, die zu einem slawischen Heiligtum gehörte.

Der älteste Teil, der Chorraum mit der Nordsakristei, wurde noch in gotischer Zeit um ein drei Joche langes Kirchenschiff erweitert. Es ist, recht ungewöhnlich, deutlich niedriger als der Chor. Diese Höhendifferenz war ursprünglich noch größer, denn das Schiff wurde zu unbekannter Zeit direkt unter dem Dach um zehn Steinlagen erhöht, was noch heute am Verlauf des Mauerwerks unterhalb der Dachkante erkennbar ist.

Bild: Die Kirche in Damgarten, Ansicht von Süden

Die Mauer aus Backsteinen mit eingesprengten Feldsteinen und Feldsteinflächen erhebt sich auf einem Feldsteinfundament. Der Turm und die südliche Eingangshalle entstanden um 1890 im neugotischen Stil.

Der Chor ist mit einer hölzernen Flachdecke mit Schablonenmalerei um 1890 versehen, war ursprünglich für eine Wölbung vorbereitet. Das Schiff hat eine hölzerne Flachdecke. Chor und Schiff sind durch einen spitzbogigen Triumphbogen getrennt.

Der barocke Altaraufsatz stammt von dem Rostocker Meister Dittrich Hartung um 1721. Er zeigt im Hauptfeld hinter einem von zwei Engeln gerafften Vorhang eine Darstellung des Heiligen Abendmahls. Die Darstellung von Christus im Kreise seiner Jünger am Tage vor der Kreuzigung, ist in dieser Form als vollplastische Holzschnitzarbeit recht selten und in Damgarten von hoher künstlerischer Qualität. Flankiert wird das Mittelfeld von Johannes dem Täufer und Christus, begleitet von allegorischen Figuren.

Aus der gleichen Zeit und wohl aus der selben Werkstatt stammt die Kanzel mit einem aufwendigen Treppenzugang, bekrönt von einem Schalldeckel mit dem triumphierenden Christus. Die von einem Engel getragene Kanzel ist mit Holzschnitzereien der Evangelisten geschmückt, Paulus, Johannes, Lukas, Markus und Matthäus, an der Tür Moses mit den Gesetzestafeln. Die Taufschale mit Adam und Eva, von Delphinen umgeben, stammt ebenfalls aus der Zeit um 1720. Altar und Kanzel sind schlicht, aber sehr wirkungsvoll in Weiß/Blau/Gold gehalten.

Von der weiteren Ausstattung ist vor allem das Kruzifix um 1450 sowie ein prunkvolles, hölzernes Wappenepitaph mit aufwendiger militärischer Symbolik für Hans Ulrich v. Schwerin von 1680, Schwedischer Oberst, Herr auf Pütnitz, Löbnitz und Baiershagen, zu nennen. Der Turm hat drei Glocken, von 1447, 1601 von Albrecht Huwe und 1821 von Simon Zach (beide aus Stralsund).

Die Kirche besitzt einige alte Stücke des Abendmalsgeräts, darunter Kelche, Kannen und Hostienteller aus Silber Ende 17. Jh. bis 19. Jh., eine messingne Kollektenschale 1769; erwähnenswert sind auch zwei farbige Seidenstickereien von 1747.

Im ersten Turmgeschoß befindet sich das alte mechanische Werk der Kirchturmuhr.

Im Jahre 2002 erfolgte die Neugestaltung des Altarraumes mit der Einweihung dreier Fenster (Glaube, Liebe, Hoffnung) des Glaskünstlers Thomas Kuzio.

 

 

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