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Kirche, Ahrenshoop

Die Schifferkirche in Ahrenshoop ist die jüngste Kirche auf Fischland, dem Darß und Zingst. Ihre Weihe erfolgte erst im Oktober 1951. Als Architekt wurde der damalige Student der Architektur, Hardt-Walther Hämer, späterer Professor für Architektur, Vizepräsident der Berliner Akademie der Künste und Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates und Direktor der Stiftung Bauhaus in Dessau gewonnen.

Unter alten, hohen Bäumen ragt ein reetgedecktes Dach hervor. Es ist tief herabgezogen, wie bei manchen der ältesten strohgedeckten Häuser unserer Region. Die holzverkleideten, fensterlosen Seitenwände ahmen mit ihren nach außen geführten Dachträgern die Strebepfeiler einer Backsteinkirche nach. Die Westwand mit dem Portal ist in einer hölzernen Rahmengliederung über die ganze Fläche verglast, überragt von einem schmiedeeisernen Kreuz. Der Altar erhält zusätzlich von der Seite und von hinten ein effektvolles Licht durch schmale, über die ganze Dachhöhe verlaufende Fensterbahnen.

Im Inneren der Kirche findet sich der Besucher in einem wirklichen Kirchen-Schiff wieder. Über niedrigen, geraden Wandteilen wölbt sich ein Raum in der Form eines auf dem Land kielüber liegenden Schiffes. Die gebogenen Seitenwände treffen sich hoch oben in der Mitte des Kirchenraumes, gegliedert durch massive Balkenbögen, wie die Spanten eines Schiffsrumpfes oder ein für Kirchen der Region typischer gotischer Spitzbogen.

Der Altar besteht aus einer massiven Marmorplatte, darüber ein Kreuz. Ebenso schlicht aus Holz gestaltet wurde die runde Kanzel mit den Symbolen der Evangelisten sowie der Taufständer als drei Kinder, die eine Taufschale aus Messing über ihren Köpfen halten. Beide stammen von Doris Oberländer und sind aus dem Holz einer am Bauplatz gefällten Pappel. Stilgerecht schlicht ist auch das Gemeindegestühl aus einfachen Bänken mit Lehnen und Buchablage. Von der Decke hängen vier Schiffsmodelle, die der Ahrenshooper Kapitän Heinrich Voss (1865-1963) 1951 bis um 1956 gebaut hat.

Eine Empore an der Westwand trägt eine 1961 eingebaute Orgel der bekannten und traditionsreichen Potsdamer Firma Schuke in einem schlichten Gehäuse.

Bemerkenswert wie die ganze Kirche ist auch der 2005 errichtete, freistehende Glockenstuhl: Ein hoher eiserner, in zwei Hälften geteilter, sich nach oben verjüngender Zylinder birgt drei Glocken, für die diese Konstruktion einen hervorragenden Resonanzraum bildet.

Der ganz aus Holz gestaltete Bau vermittelt eine tiefe, auf Natürlichkeit und Würde beruhende Wirkung - ein Experimentalbau, Produkt eines gelungenen Experiments der Verbindung alter landschaftstypischer Architektur als Holzbau, mit architektonischen Elementen alter Backsteinkirchen, der Symbolik des Schiffskörpers mit der Beziehung zum Schiffbau, der Seefahrt und dem Fischfang.

 

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