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Klara von Pommern, geb. 1550, gest. 25.1.1598 in Barth, beigesetzt in Franzburg

Herzogin von Pommern, geb. Prinzessin von Braunschweig-Lüneburg, Gattin Bogislaws XIII.

Klara bekam ihre Erziehung am Hofe ihrer Mutter, Clara von Braunschweig-Lüneburg in Fallers-leben. Sie schloß 1572 die Ehe mit Bogislaw XIII. Es war für sie bereits die zweite Ehe, nach-dem ihr erster Mann, Fürst Bernhard VII. von Anhalt-Dessau, geb. 1540, schon 1570 verstarb.

Klara hatte mit Bogislaw von 1573 bis 1590 elf Kinder, die teils in Abständen von etwa nur ei-nem Jahr geboren wurden – unter ihnen der hochgebildete Philipp II. (1573–1618), der letzte Pommernherzog Bogislaw XIV. und die letzte direkte Angehörige des Herzogshauses Anna, verehelichte Herzogin von Croy und Aerschot (1590–1660). Klaras Söhne wurden Herzöge von Pommern-Stettin, Pommern-Wolgast sowie Bischöfe von Cammin, dynastische Verbindungen wurden mit Prinzessinnen und Prinzen von Schleswig-Holstein-Sonderburg, Mecklenburg, Braunschweig, Braunschweig-Lüneburg, Braunschweig-Grubenhagen, Sachsen und Croy/Aerschot eingegangen. Es trat jedoch das Schicksal ein, dass alle Ehen der Söhne Bogis-laws und Klaras kinderlos blieben. Lediglich Anna hatte einen Sohn (Ernst Bogislaw von Croy), doch Nachkommen pommerscher Prinzessinnen waren nicht erbberechtigt. Zudem war beim Tod Bogislaws XIV. (1637) Pommern bereits im Verlaufe des 30-jährigen Krieges schwedisch be-setzt.

In welchem Maße Klara, Bogislaws Gattin, an dem für Barth segensreichen Wirken des Herzogs teilnahm, wissen wir nicht. Doch angesichts des auf das Gemeinwohl ihrer Mutter gerichtete Schaffen in Fallersleben, dürfen wir ein tätiges Mitwirken an der Seite ihres Gatten in Barth an-nehmen, vermutlich auch als Ergebnis der Erziehung am Hof ihrer Mutter. Vielleicht geht beson-ders die Gründung der Apotheke in Barth im Jahre 1572 auf ihre Anregung zurück.

Klaras Tod am 25.1.1598, nachts um 1 Uhr, wird von in der Barther Chronik des damaligen Stadtschreibers Matthias Wichmanns mit folgenden Worten verzeichnet: „Anno 1598 den 25 Januarij, jst Hertzogk Bugschlaffen gemahl fraw Clara, geboren zu Brunsschweig vndt Lunen-burgk vom Mittwoch auffm Donnerstagk die nacht umb seigers eins sehliglich in Christo endt-schlaffen, vndt den 16 Febr zur Frantzburg begraben, weil wegen graßierenden Pest das hoffla-ger alhie zu Barthe nicht sein können.“ Da in diesen Tagen in Barth die Pest umging, konnte das Leichengedächtnis nicht in Barth stattfinden. Die Bestattung erfolgte in Franzburg, das Grab ist nicht erhalten.

Nach Klaras Tod, sie starb wohl an der Pest, ging Bogislaw XIII. 1601 eine zweite Ehe mit Anna von Schleswig-Holstein-Sonderburg ein, die kinderlos blieb.


Literatur:

Wichmann, Matthias: Chronik der Stadt Barth aus dem Jahre 1619. Barthisches Chronicon. Be-arb. von Jürgen Hamel, hrsg. von Stefan Kerth und Stephanie Patrizia Mählmann. Leipzig 2016 (Veröff. des Stadtarchivs Barth; 1), S. 121

Witt, Detlef: Zur Ausstattung der St. Marienkirche in Barth. In: Stadt Barth 1255–2005. Beiträ-ge zur Stadtgeschichte. Hrsg. von Jörg Scheffelke und Gerd Garber. Schwerin 2005, S. 397–412, bes. S. 403f.

Hamel, Jürgen: Zwei Herzoginnen Klara von Braunschweig-Lüneburg in Barth. In: LandeBarth, Band 9. Rostock 2017


Bild: Bogislaw XIII. und seine Gattin Klara, geb. Herzogin von Braunschweig-Lüneburg, Minia-tur aus der „Fürstl. Genealogia oder Stammbaum, des hochlöblichen uhralten Hertzoglichen Hau-ses Stettin Pommern“, 1637, Stralsund Museum (Kulturhistorisches Museum der Hansestadt Stralsund, Foto: J. Hamel)

 

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