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Kinderfest, Barther Kinderfest

Das jährlich veranstaltete Barther Kinderfest geht auf eine Schüler-Veranstaltung des Barther Kantors und Lehrers Wilhelm Müller im Jahr 1828 zurück. Das mit den Schülern seiner Knabenklasse veranstaltete Armbrustschießen auf einem Hof in der Badstüberstraße endete mit der Krönung des Schützenkönigs.

Aus dieser klasseninternen Veranstaltung entwickelte sich ein Fest für die ganze Stadt. Im Jahre 1868 durften erstmals auch Mädchen teilnehmen. Lediglich in den Jahren 1915–1919 (I. Weltkrieg), 1938 (Maul- und Klauenseuche), 1940–1945 (II. Weltkrieg) und 1953 (Ausnahmezustand) musste das Fest ausfallen.

Das Fest beginnt mit einem feierlichen Umzug mit Blasmusik durch die Stadt, die Eröffnung durch das jeweils vorjährige Königspaar findet auf dem Marktplatz statt. An diesen Teil schließen die Wettbewerbe an, anfangs war es Armbrustschießen, später und heute erfolgen die Wettbewerbe als Taubenstechen auf einen Stern. Diese Wettbewerbe enden schließlich mit dem durch das „Ausschießen“ gefundenen Königspaar.

Die für ein Jahr verliehene Würde der Königin und des Königs verleiht ihren Trägern viel Anerkennung und Aufmerksamkeit. Traditionell erhalten sie eine Armbanduhr mit spezieller Gravur und werden vom Bürgermeister zu einem Rundflug vom Barther Flugplatz eingeladen.

Begleitet wird das Fest in den Anlagen mit Informations-, Spiel- und Versorgungsständen sowie Karussells. Einen ersten Höhepunkt stellt seit 1994 eine bunte Show auf der Freilichtbühne dar, gestaltet von den Kindern des Barther Vereins „Die Klette“.

Der Tag klingt aus mit einem Konzert in der Marienkirche und dem Zapfenstreich auf dem Markt.

Erfolgte von Beginn an bis 1990 die Durchführung des Kinderfestes in Verantwortung der Schulen der Stadt, wird es seit 1991 durch den Barther Heimatverein organisiert. Es zeichnet sich nicht nur aus durch eine lange Tradition, sondern vor allem durch eine tiefe Verwurzelung im kulturellen Leben der Stadt, der Ausstrahlung in die Region und der tätigen Mitwirkung der Kinder und Jugendlichen der Stadt sowie ihrer Besucher. Es hat sich im Laufe der Jahre zu einem festlichen Höhepunkt für die ganze Stadt entwickelt.

Die Finanzierung des Festes erfolgt durch teils langjährig gewährte Spenden von Betrieben und Einrichtungen der Stadt sowie von Privatpersonen (unter ihnen nicht selten ehemalige, nicht mehr in der Stadt lebende Königinnen und Könige) sowie durch Listensammlungen.

Im Jahre 2016 wurde das Barther Kinderfest, das älteste Fest dieser Art in Mecklenburg-Vorpommern, in das „Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes“ aufgenommen. In Vorbereitung auf die Ehrung wurde von der Barther Produktionsfirma „nebelkalt-film“ unter Leitung Hans-Joachim Meusels der Film „Ich möchte‘ vielleicht mal König werden“ erstellt.

Aus Anlass des 190. Kinderfestes wurde in der Reihe „LandeBarth“ ein Sonderband herausgegeben, der neben Erinnerungen ehemaliger Königinnen und Könige Bekenntnisse von Sponsoren und Amtsträgern umfasst, eine umfangreiche Bilddokumentation seit dem Kinderfest 1899 sowie ein fast vollständiges Verzeichnis aller Königinnen und Könige seit 1868 bzw. 1828.


LandeBarth, Sonderband – 190 Jahre Barther Kinderfest – 1828 bis 2018. Rostock 2018; ISBN 978-3-942673-90-7

„Ich möchte‘ vielleicht mal König werden“, „nebelkalt-film“, Barth 2015, 57 Minuten; verfügbar auf youtube und als DVD
www.kultur-mv.de/kultur-angebote/filmproduktion-nebelkalt-film-barth.html

 

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